Sonntag, 22. Juli 2012

Gjirokaster, sechzehnter Tag

Aufgrund der Hitze Gjirokastras beschließen wir die Stadt mit dem Auto zu erkundschaften.
Nach der Ankunft versuchen wir zur Festung zu kommen, jedoch können wir den richtigen Weg nicht finden. Somit entscheiden wir uns einen Spaziergang durch die historische Altstadt zu machen, um die mit grauem Dachschiefer bedeckten Häuser von der Nähe bestaunen zu können. Ihnen verdankt Gjirokastra, die auf die Liste der UNESCO aufgenommen wurde, den Namen "Silberne Stadt". Wir gehen an einer Moschee aus dem XVII Jahrhundert vorbei und begeben uns weiter zu einer kleinen, runden Aussichtsplatform, von der man einen sehr guten Ausblick auf die Stadt hat. 
Das unausstehliche Wetter zwingt uns wieder ins Auto. Neben der wichtigen hisorischen Innenstadt verbergt Gjirokastra noch einige Perlen, die über die Stadt verteilt sind. Überall kann man mit dem Auto hinkommen, was aber teilweise nicht so einfach ist. 
Wir besuchen das Haus von Kadare, eines berühmten, gegenwärtigen albanischen Schriftstellers. Hilfreiche Einwohner helfen uns es zu finden, da es nicht gekennzeichnet ist. Dann begeben wir uns zum Ethnografischen Museum, das auch das Geburtshaus des albanischen Diktators ist. Zur Zeit des Kommunismus hat es das Museum des Kampfes und der Revolution beherbergt, welches hauptsächlich der Person Hoxha gewidmet war. Heute kann man dort den Innenraum eines altalbanischen Hauses einer wohlhabenden Familie bestaunen. Die Ausstellung besteht hauptsächlich aus Gegenständen des täglichen Bedarfs. Die nächste, noch prachtvollere Sehenswürdigkeit dieser Art auf unserem Weg ist das Haus Zekate, das ein sehr gutes Beispiel für albanische Baukunst ist. Es sieht aus wie ein kleines Berghaus, das auf die Spitze eines riesigen Turms gesetzt wurde. Von oben ruft uns der gastfreundliche Eigentümer. Nachdem wir seinen Garten passieren, gelangen wir ins Innere des Hauses. Dort informiert uns ein Zettel über den kostenpflichtigen Eintritt. Wir haben das schattige Haus eine Weile lang für uns alleine.
Die Festung heben wir uns zum Schluss auf. Wir sind nicht die einzigen, die sie mithilfe von Pferdestärken erklingen: auf dem Kopfsteinpflaster fahren Taxis voller Touristen hin und retour. Innen begrüßt uns eine himmlische Kühle der massiven Wände. Der dunkle Korridor, in dem sich eine Ausstellung von schweren Waffen hauptsächlich aus dem II Weltkrieg befindet, führt zum glühend heißen Hof. Von seinen Terrassen bestaunen wir das Stadtpanorama. Hier befindet sich auch ein amerikanisches Militärflugzeug, das 1957 in den albanischen Luftraum eingedrungen ist und zur Landung gezwungen wurde. Im östlichen Teil der Festung steht neben den Ruinen ein türkischer Uhrturm.
Am Weg zurück nach Saranda versuchen wir den Weg zum Blauen Auge zu finden - einer unterirdischen Wasserquelle, die aus 45 Metern Tiefe kommt. Wir fragen jeden angetroffenen Einheimischen um den Weg und fahren die Strecke um Bistrica auf und ab. Schlussendlich stellt es sich heraus, dass die Einfahrt lediglich mit dem albanischen Namen gekennzeichnet ist, Syri i Kälter, der uns vorher nicht bekannt war. Der Bach ist von einem grünen Wald umgeben. Das kristallklare, eisige Wasser hat einen grünlichen Farbton, der um die Quelle herum azurblau ist. Das Ganze sieht aus wie eine verflieste, blaue Grube inmitten eines Bergbachs. Wahrscheinlich war diese einzigartige Schönheit der Grund dafüf, dass während des Kommunismus dieser Ort nur von der Parteielite bestaunt werden konnte.

Altstadt in Gjirokaster
Altstadt in Gjirokaster
Moschee
Burg

Panorama von Gjirokaster
Zekate Haus

Haus von Kadare
Haus von Kadare
Ethnisches Museum
Ethnisches Museum innen


Weg zum Zekate Haus
Zekate Haus



Zekate Haus innen

Toilette im Zekate Haus
Zekate Haus innen



Burg
Panorama von Gjirokaster


Amerikanisches Flugzeug

Türkischer Uhrturm
Blue Eye








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