Der Nachteil von Hotels an einem abgelegenen Ufer ist das Fehlen von Nahversorgern mit Gütern des täglichen Bedarfs. Um den monopolistischen Forderungen der Eigentümerin zu entkommen, begeben wir uns zur venezianischen Altstadt von Korfu, die wir hastig mit knurrendem Magen durchqueren. Es scheint, dass die von uns ausgesuchte Bäckerei mit regionalen Spezialitäten sich absichtlich im Labyrinth der romantischen Gassen verbirgt. Dort angekommen, kann ich das erste Mal in meinem Leben eine Kirschenbaklava kosten, die ausnahmsweise nicht grausig süß ist. Schmackhaft ist auch die fruchtige Spezialität Korfus – Kumkwat. Die Pflanze wurde im XIX Jahrhundert aus Asien nach Europa importiert und wird bis heute nur noch hier sowie auf Sizilien angebaut. Gesättigt und etwas übersüßt machen wir uns auf den Weg. Aufgrund der Beschreibung im Guide gehen wir zum archäologischen Museum, welches antike Schätze verbirgt. Das heruntergekommene, graue, kantige Gebäude erscheint uns umso schrecklicher, als wir auf dem aus Metallstäben bestehenden Zaun eine Information über eine kurzzeitige Pause vom normalen Betrieb hängen sehen. Das Museum lädt schon im Jahr 2015 wieder ein!!! Da wir uns außerhalb des Zentrums befinden, begeben wir uns zum nahe gelegenen englischen Friedhof. Die Nachbarschaft eines Waldes verleiht diesem Ort der letzten Ruhe eine entsprechend düstere Aura. Wilde Orchideen, Fuchsien, Lilien und Farnblüten machen den Friedhof ebenfalls von der botanischen Seite interessant. Vom Wächter verabschiedet verlassen wir das Friedhofstor und begeben uns wieder in Richtung Innenstadt. Dabei können wir kleine, sandfarbene Häuser bestaunen, die entlang schmaler Gassen stehen, und zu einem gemütlichen Platz kommen, auf dem sich das mit Marmor bedeckte Rathaus befindet. Rundherum ist die exklusive Architektur der europäischen Kolonisatoren sichtbar. Die Alte Festung (Palaio Frourio) ist ein weiteres Andenken, das an die Eroberer der Insel erinnert. Wir erklimmen den Gipfel, auf dem starker Wind straflos unsere Frisur ruiniert. Für die Neue Festung, die eigentlich nur einige Jahrzehnte jünger ist als ihre Vorgängerin, reicht die Zeit nicht aus. Bevor wir wieder in den Wirbel des entzückenden, venezianischen Herzens der Stadt, Campiello, eintauchen, stoßen wir auf ein klassizistisches Überbleibsel der britischen Herrschaftszeit in Form des St.-Michael-und Georg-Palastes. Jetzt befindet sich dort eine Sammlung von asiatischer Kunst. Die letzte Sehenswürdigkeit auf unserer Liste ist die auf der Insel zweifellos wichtigste, nicht allzu große Kirche des Hl. Spyrydion – eines Geistlichen aus Zypern, der Schutzpatron der Insel geworden ist. Sein Leichnam ruht in einem silbernen, reich geschmückten Sarg, der ein paar Mal im Jahr geöffnet wird.
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Dienstag, 24. Juli 2012
Montag, 23. Juli 2012
Ankunft auf Korfu, siebzehnter Tag
Wir verabschieden uns von Albanien und Albanien verabschiedet sich von uns. Kurz vor der griechischen Grenze hüpft das Auto zum letzten Mal auf der holprigen Straße.
Im von der Krise geplagten Griechenland erwarten uns europäische Preise, künstliche Limonaden und das allgegenwärtige Englisch. Mit Wehmut sehe ich das immer näher rückende Ende unseres Urlaubs auf uns zukommen.
Nach Korfu gibt es ebenfalls eine Fährverbindung von Saranda aus, aber die bequemere und günstigere Alternative ist die Fähre aus dem griechischen Igoumenitsa. Vorort erfahren wir, dass wir anstatt in Korfu, in Lefkimi ankommen werden. Ich blättere schnell im Guide auf der Suche nach interessanten Plätzen entlang der Strecke zum Hostel. Die Wahl fällt auf einen durch die Venezianer errichteten Süßwassersee.
Nach Korfu gibt es ebenfalls eine Fährverbindung von Saranda aus, aber die bequemere und günstigere Alternative ist die Fähre aus dem griechischen Igoumenitsa. Vorort erfahren wir, dass wir anstatt in Korfu, in Lefkimi ankommen werden. Ich blättere schnell im Guide auf der Suche nach interessanten Plätzen entlang der Strecke zum Hostel. Die Wahl fällt auf einen durch die Venezianer errichteten Süßwassersee.
Die Aussicht ist etwas enttäuschend, aber dafür ist die Strecke durch Olivenhaine bezaubernd.
Uns erwartet noch eine Überraschung: Das zufällig ausgesuchte Hostel am Rande des Dorfes Pelekas entpuppt sich als ein Paradies direkt am Meeresufer. Wir wohnen im Jurassik Park. Das Fehlen der Dinosaurier bringt uns nur ein wenig wieder in die Realität zurück. Üppige Flora, Berge, Sandstrand und Wellen wie sie man sonst von der Ostsee kennt.
Korfu ist wunderschön. Das ist kein Mythos.
Uns erwartet noch eine Überraschung: Das zufällig ausgesuchte Hostel am Rande des Dorfes Pelekas entpuppt sich als ein Paradies direkt am Meeresufer. Wir wohnen im Jurassik Park. Das Fehlen der Dinosaurier bringt uns nur ein wenig wieder in die Realität zurück. Üppige Flora, Berge, Sandstrand und Wellen wie sie man sonst von der Ostsee kennt.
Korfu ist wunderschön. Das ist kein Mythos.
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