Montag, 16. Juli 2012

Tirana, neunter und zehnter Tag

Der gestrige Tag brachte uns nicht allzu viele Eindrücke. Aus Kotor sind wir erst um 14 Uhr aufgebrochen. Nach Tirana hatten wir lediglich 200 Kilometer zu bewältigen, dennoch fuhren wir fast sechs Stunden im Schneckentempo.

Und endlich sind wir angekommen! Wir sind in Albanien! Auf diesen Augenblick wartete ich ein Jahr. Erste Bemerkungen: Es gibt hier wirklich lauter nicht fertiggestellte Häuser, die ein bewohnbares Erd- und ein Obergeschoss im Rohzustand haben, oder solche, die nur aus einem vor Jahren erbauten Gerüst bestehen. Es ist wirklich unheimlich verschmutzt: in Dörfern neben den Grundstücken, in den Vororten von Tirana, im Graben neben der Autobahn oder neben Mülleimern anstatt in ihnen. Es gibt hier wirklich viele kleine Grabsteine oder Kreuze entlang der Straße und Autofahrer fahren hier mit so einem Temperament, wie in Istanbul. Noch vor Tirana bleiben wir kurz in einem Stau stehen, der durch einen Unfall verursacht worden ist, der (aufgrund der Schäden am Fahrzeug) wahrscheinlich ein tödlicher war. Aus zwei Spuren werden auf einmal vier, die Fahrer quetschen sich durch den Stau durch und hupen ständig aufeinander. Ich bin auch davon überzeugt, dass ich bald die berühmten Bunker sehen werde. Den Tag beenden wir mit einem abendlichen Spaziergang durch Tirana in der Suche nach einem Abendessen.
In Tirana sind ausgetrocknete Springbrunnen ein Parkett für herumschwirrende, abgelaufene Zeitungen. In Tirana treffen wir Leute an, die ziellos stundenlang mit einem Schlauch den Gehsteig gießen. In der Umgebung von Tirana wehen stolz rote Fahnen, welche an Stangen befestigt sind, die aus gerade entstehenden Häusern herausragen. Über Tirana hängt ein Geruch von gegrillten Mais und man hört ständig jemanden Hupen. Die tiranische Straße akzeptiert alle: teure, schnelle Autos, bettelnde Kinder, streuende Hunde, faule Passanten mitten auf der Kreuzung. Tirana hat sicherlich gute Chancen für den Titel der hässlichsten Hauptstadt Europas, aber sie ist auch auf jeden Fall interessant und sicherlich unerlässlich, um den Rest des Landes kennenzulernen. Tirana muss man eine Chance geben. Junge Stadt, junges, neues Land. Alles befindet sich in Bau, alles in Eile. Blumen ziehen vor den Wänden in ein Gebäude ein, Möbel werden in Hallen ohne Fenster und Türen verkauft. 
Das Aussehen des Landes schlägt sich nicht auf dem der Menschen nieder: Auf den Straßen sind passende Schuhe zur Handtasche zu sehen sowie Röcke zu Blusen. Die Englische Sprache ist auch schon hier angekommen. Was zeichnet die Einzigartigkeit dieses Landes sehr gut aus? Die Sprache: Sie gehört der indoerupäischen Sprachfamilie an, ist aber alleine in ihrer Gruppe. So wie Albanien: Zwar in Europa, aber ein zweites Land wie dieses werden wir nicht finden.
Der heutige Tag wurde von merkwürdigen Geräuschen, die die Aufhängung macht, und der Unfähigkeit von ARBÖ-Mitarbeitern, die unter anderem nicht im Stande sind Tirana selber zu schreiben, begleitet. Dennoch haben wir es geschafft die Hauptstadt zu sehen und einen Ausflug nach Kruja zu machen.
Für den Anfang planen wir einen Besuch im National-Historischen-Museum, das sich auf dem Skanderbeg-Platz befindet. Die Fassade wird von einem revolutionären Mosaik unter dem Titel Albanien Allegorie des Staates und des Volkes geschmückt. Das Museum ist aber an Montagen geschlossen und deswegen Flanieren wir weiterhin durch die sehr heiße Innenstadt. Unterm Gerüst und einem grünen Netz versuchen wir ein Foto der Reiterstatue von Skanderbeg zu machen. Die einzige Seite, die nicht zugedeckt wurde, ist das Hinterteil. Wir schauen uns also schnell die Popos beider an und begeben uns zur Ethem-Bey-Moschee, die aus der Jahrhundertwende des XVIII und XIX Jahrhunderts stammt. Zur Zeit der Diktatur Hoxhas schaffte es Albanien das erste atheistische Land der Welt zu werden: Kirchen und Moscheen wurden geschlossen oder umgewidmet. Diese Moschee war aber das einzige offene sakrale Objekt im ganzen Land (aber nur für Ausländer). Wir gehen noch auf den Uhrturm, der sich in der Nähe befindet. Von hier aus haben wir einen sehr guten Ausblick auf den Skanderbeg-Platz.
Wir machen eine Pause mit Tirana und begeben uns nach Kruja. Hier wurde Skanderbeg geboren und hier begründete er seine Hauptstadt. Er ist ein Nationalheld, der im XVI Jahrhundert das Land gegen die Türken verteidigte. Die Stadt befindet sich auf einem Berghang. Sie sieht albanisch aus, sprich abschreckend. Zur Festung führt eine kleine Marktstraße. Man kann dort abgenütztes Gerümpel zu überhöhten Preisen erstehen. Das Objekt betreten wir durch ein Tor, die Mauern blieben unterschiedlich erhalten. Die Aussicht ist nicht überwältigend. Die Burg von Skanderbeg haben teilweise die Türken zerstört, den Rest gab ihr ein Erdbeben. Seit 20 Jahren steht dort eine Rekonstruktion, die das Skanderbeg-Museum beherbergt. Die übrigen Gebäude sind das Ethnografische Museum, ein türkisches Bad und eine Moschee.
Wir kommen zurück nach Tirana. Wir gehen einer der Hauptstraßen entlang, die hinter den Regierungsgebäuden beginnt und bei der Universität endet. Hinter der Kunstgalerie erwarten uns Stalin, Lenin ohne Hand und andere revolutionär eingestellte Statuen. Der nächste Punkt ist die Pyramide: Ein riesiges Monstrum, das ursprünglich als Mausoleum für Hoxha vorgesehen war. Momentan befindet es sich im anfänglichen Zerfallsstadium. Schlechter kann es nicht sein. Wir erreichen schlussendlich das Universitätsgebäude. Tirana ist abgehackt. Wir fahren weiter.


View of Sveti Stefan, Montenegro

Albania

Samstag, 14. Juli 2012

Kotor, achter Tag

Ein harter Tag ist hinter uns. Nach einer zur Hälfte nicht geschlafenen, letzten Nacht in Dubrovnik mussten wir einen Kampf mit der Eigentümerin des Hostels führen. Diese Frau, die wohl Stimmungsschwankungen hat, widerrief am Tag unserer Abreise unsere Reservierung, was sie eigentlich zum Abbuchen eines weiteren Geldbetrages für das Nichterscheinen im Hostel bemächtigen würde. Wir baten sie um eine Rechnung, sie aber geriet in Wut und befahl uns sofort das Hostel zu verlassen. Außerdem drohte sie uns mit dem Abschleppen unseres Autos, obwohl es an dem Platz stand, den ihre Eltern uns vor drei Tagen empfahlen. Schlussendlich gingen eben ihre Eltern unserer Bitte nach und wir können in Ruhe abreisen. Der Nachgeschmack bleibt. Wir verabschieden uns mit Dubrovnik, vielleicht ein für alle Mal, und brechen auf in Richtung Montenegro.
Kotor begrüßt uns mit sehr hilfreichen Menschen, Reihen von riesigen Palmen, einer unausstehlichen Hitze und einem günstigen Mittagessen. Der Strand in Kotor selber sieht nicht sehr ansprechend aus. Es befindet sich hier ein Hafen mit wunderschönen Segelschiffen. Sonnenbaden kann man auf einem schmalen Streifen Kiesstrand bei der Straße. Ich habe aber im Guide gelesen, das es in der Umgebung ein paar schöne Plätze gibt. Die Altstadt ist wiederrum sehr angenehm. Wir gelangen dorthin, indem wir durch das Seetor aus dem XVI Jahrhundert zum Platz der Oktoberrevolution gehen. Es befindet sich dort der Uhrturm, der Palast des venezianischen Statthalters und der Palast des Stadtrates. Wir gehen an der St. Clara Kirche vorbei und kommen auf einem Platz an, auf dem sich zwei orthodoxe Kirchen befinden: des Hl. Lukas aus dem XII Jahrhundert und des Hl. Nikolaus aus dem XX Jahrhundert. Hinter der Marienkirche gehen wir durch das Nordtor und sehen den breiten Skudrafluss. Wir richten unseren Blick auf die Stadtmauer, die über der Stadt sich den Berg hinaufziehen. Es ist schon nach 19 Uhr, aber dennoch entscheiden wir uns diesen anstrengenden Tag mit einer zweistündigen Wanderung über eine steile Treppe bis zum Gipfel zu beenden. Die Fortifikation wurde hauptsächlich von den Venezianer erbaut, die Arbeiten wurden im XVIII Jahrundert begonnen. Innerhalb der Stadtmauer, circa in der Mitte der Strecke, befindet sich die Gospe od Zdravlja Orthodoxe Kirche. Wir gelangen zum Gipfel, wo sich die Festung des Hl. Johannes befindet. Wir sind vollkommen fertig, aber das Panorama war es wert. Nach oben führt eine unregelmäßige, hohe Treppe. Es ist sehr steil. Ich rate nicht in der Mittagshitze rauf zu gehen, wenn die Sonne sehr stark scheint. Als wir runter gehen ist es schon dunkel. Wir gönnen uns noch ein Stück Kuchen und ein kühles Bier. Die Sankt-Tryphon-Kathedrale und den rest der Sehenswürdigkeiten sehen wir im Licht der Straßenlaternen.


View of Dubrovnik

Freitag, 13. Juli 2012

Dubrovnik, siebenter Tag

Heute hatten wir einen Tag des Faulenzens. Später aufstehen, langsam vorbereiten, sonnenbaden und schwimmen. Manchmal muss das sein.
Weniger aktive Tage kommen mir noch anstrengender vor. Schon am Weg in die Stadt falle ich eine Treppe runter und nach fünf Minuten in der Sonne fühle ich mich wie in der Hölle. Zufällig entdecken wir aber ein ruhiges Plätzchen. Wir versuchten zur St. Ignatius Kirche zu gelangen, die wir aufgrund einer Hochzeit gestern nicht von innen sehen konnten, und fanden stattdessen einen halbwilden Strand. Außen an der Stadtmauer befinden sich ein paar Felsen und eine kleine Treppe ins Meer. Wir setzen uns am Rande einer der Felsen und lassen unsere Füße über dem türkisfarbenen Wasser baumeln. Rundherum gleiten Schiffe und Motorboote. Meine Begleiter sind aber nicht von diesem Ort so begeistert wie ich. Nach zwei Stunden beschließen wir umzuziehen. Unterwegs besuchen wir die erwähnte Kirche, in die uns eine breite, barocke Treppe führt, und begeben uns zum überfüllten Strand. Wir finden einen freien Fleck, müssen aber über glühend heiße Steine zu ihm kommen. Wir legen unsere Strandtücher auf einen Haufen Tschickstümmel und genießen eine Aussicht voller halbnackter Hinterteile, Hautkrebskandidaten und halberotischer Posen für Fotos, die locker in Baywatch durchgehen könnten. Dies alles wird von Zigarettenrauch begleitet. Zum Glück überlassen uns unsere Landsleute ihren Sonnenschirm, was uns das Durchhalten am Strand leichter macht. In Ruhe schreibe ich hier diesen Eintrag. Pläne für den heutigen Abend? (Zu teures) Abendessen und (kitschige) Souvenirs. 



Sonntag, 8. Juli 2012

Weg nach Sarajevo, zweiter Tag

Nachdem wir unser Frühstück auf der schmutzigen Treppe unseres Hostels konsumiert hatten, brachen wir auf. In Zagreb machen wir noch einen kurzen Abstecher zum botanischen Garten, der grünen Oase mit Pflanzen aus aller Welt. Als nächstes begeben wir uns zum Mirogoj-Friedhof, der sich ein Stück von der Innenstadt befindet. Am besten ist es mit dem Auto oder mit dem Bus dorthin zu fahren. Dieser aus dem XIX Jahrhundert stammende Friedhof ist meiner Meinung nach ein Muss auf der Liste der Sehenswürdigkeiten in der kroatischen Hauptstadt. Schon die mit Efeu bewachsene äußere Mauer verschlägt den Atem. Der Friedhof befindet sich auf dem Gebiet der Sommerresidenz von Ljudevit Gaj. Viele kroatische Künstler und Politiker ruhen dort.

Um 11 Uhr brechen wir auf in Richtung Sarajevo. In Bosnien fahren wir eine längere Weile entlang des Flusses Vrbas. Die Aussicht ist atemberaubend: azurblauer Fluss und Berge im Hintergrund. Sogar die Nähe der Straße stört die Bosnier nicht daran hier ihren Sonntag Vormittag zu verbringen. Die nächste Überraschung ist der Wasserfall in Jajce. Wir machen eine kurze Pause.
Die darauffolgende Strecke liefert uns leider nicht mehr so viele Attraktionen. Langsam sind nicht verputzte Häuser, leere Hallen, Zeugnisse des Krieges in Form von durchlöcherten Mauern (vor allem in Travnik) und kleine Friedhöfe mit weißen Grabsteinen auf Hängen zu sehen. Die Fahrt beginnt sich zu ziehen. Das Navi weiß nicht was los ist. Die Karte sieht eine Autobahn vor, aber in der Realität sehen wir lauter Baustellen. Wir fahren im Schneckentempo. Erst kurz vor Sarajevo gibt es einen längeren Abschnitt (gebührenpflichtiger – € 2,50) Autobahn.

Sarajevo sehen wir nur am Abend. Morgen werden wir den ganzen Tag haben, um die Stadt näher kennenzulernen. Auf der Suche nach Essen kommen wir bis zum Zentrum. Dort erwartet uns Lärm und Gedränge. Wir fühlen uns wie in einer türkischen Kleinstadt. Über der Umgebung ragt eine Moschee und die Marktstände bieten dieselben Souvenirs an, die wir in Istanbul kauften. Die Restaurants sind voll. Es fällt uns schwer einen freien Tisch zu finden. Schlussendlich essen wir ein für den Balkan typisches Gericht: Burek. Das Essen ist sehr gut und günstig, aber der Ayran schmekt wie normales Naturjoghurt.
Wir gehen zu unserem Hostel am Hügel und beobachten von der Ferne die gerade anfangende Party in der Innenstadt. Wir schlafen ein, bewacht von drei Rottweilern.

botanischer Garten

Samstag, 7. Juli 2012

Zagreb, erster Tag

Schlussendlich fahren wir um 7 Uhr morgens aus Wien los. Wir brauchen für die Strecke mehr Zeit als vorgesehen, in Zagreb kommen wir erst kurz vor 13 Uhr an. Dank der Unterstützung von hilfreichen Polen schaffen wir es die relativ teure Autobahn in Slovenien zu umfahren. Die Umfahrung ist ziemlich kompliziert (Beschreibung siehe unten) und dazu hat das Auto unserer hilfsbereiter Landsleute eine Panne. Wir fahren alleine weiter. Wir kommen zum Ende der Autobahn, wo uns ein acht Kilometer langer Stau bis zur slovenisch-kroatischen Grenze erwartet. Dann stehen wir noch vor der Mautstelle, schon auf der Autobahn in Kroatien. 
Die Preise in Zagreb gehören nicht zu den niedrigsten, deswegen müssen wir in einem Hostel außerhalb des Zentrums bleiben. Zum Glück fahren die klimatisierten Straßenbahnen wirklich oft und wir brauchen nur 5 Minuten bis zur Innenstadt. Ein Ticket kostet 12 Kuna.
Die Besichtigung der Stadt fangen wir beim Hauptbahnhof an, der sich vis a vis vom Denkmal des ersten kroatischen Königs Tomislav befindet. Schon dort zeigt sich uns Zagreb von seiner schönen Seite. Unterwegs gehen wir durch den Tomislav-, Strossmayer- und Nikole-Subić-Zrinjskog-Park samt Kunstpavillon und Strossmayergalerie. Große Bäume und eine Reihe Springbrunnen erlauben uns eine kurze Pause von der Juli-Hitze. Auf diesem Weg gelangen wir zum Herzen der Stadt - dem Ban-Josip-Jelačić-Platz. Die blauen Straßenbahnen, die in kurzen Zeitabständen den Platz durchqueren, verleihen diesem Ort eine sprezifische Atmosphäre. Ihr modernes Design steht in einem guten Kontrast zum stämmigen Jelačić-Denkmal sowie der Fasaden aus der Zeit der K.-u.-K. Monarchie. 
Wir verlassen die Unterstadt und begeben uns rechts zur zagreber Kathedrale aus dem XIII Jahrhundert. In der Nachmittagssonne laufen wir durch die Straßen der Oberstadt. Es herrscht eine magische Stille, die Umgebung ist wie ausgestorben, es gibt weder Touristen noch Einheimische. Die Fensterläden der Häuser sind alle geschlossen. Die Einwohner verstecken sich vor der unausstehlichen Hitze. Wir erklimmen eine steile Treppe, die uns zum Wahrzeichen dieser Stadt führt - der St.-Markus-Kirche. Genauer gesagt ist das Wahrzeichen das wunderschöne, himmlisch bunte Dach der Kirche, dessen Dachziegel die Form des kroatischen Wappens einnehmen. Wir kommen zum Lotrščak-Turm, von wo wir das Stadtpanorama bewundern. Hier kommt auch aus der Unterstadt (genauer aus der Tomičeva Straße) die alle 10 Minuten verkehrende Standseilbahn, die aus dem XIX Jahrhundert stammt, an. Diese ähnelt der Seilbahn in Budapest. Dank ihr kann man sich den anstrengenden Weg über die steile Treppe ersparen. Wir begeben uns nach unten über die Strossmayer-Promenade und kommen zur Unterstadt zurück. Auf dem Weg zum Hostel sehen wir das Kroatische Nationaltheater, das Mimara-Museum und die Nationalbibliothek mit reizenden Eulenstatuen auf dem Dach.In Zagreb befinden sich ziemlich viele interessante Museen, wie z. B. das oben erwähnte Mimara-Museum, das eine riesige Kollektion von Gemälden beherbegt, oder das Museum für Naive Kunst, das wir aus Zeitnot nicht besuchen konnten. Das Museum ist an Wochenenden bis 13 Uhr geöffnet. 
Wir versuchen noch in den botanischen Garten zu kommen, aber dieser ist schon geschlossen. In unserem Guide fehlt die Information, dass im Sommer der Garten bis 19 Uhr geöffnet ist. Wir steigen also in die 6er Straßenbahn in Richtung Sopot (ist auch eine Stadt in Nordpolen) und fahren zu unserem Hostel. Das Ziel morgen heißt Sarajevo. 



Bahnhof

Let's go!

Laut Plan werden wir in fünf Stunden unsere Reise beginnen. Wie stehen die Chancen dafür? Eher schlecht. In der Wohnung sind nicht gepackte Taschen verstreut, der Reiseproviant ist nicht fertig und wir regenerieren unsere Kräfte nicht im Schlaf. Eher umgekehrt. Wir laufen nervös durch die Wohnung und kümmern uns um Dinge, die nichts mit unserer Reise zu tun haben, nur um das Gefühl zu haben, dass etwas weitergeht und wir unser Ziel noch erreichen können: In Zagreb um 10 Uhr ankommen. Ja, das ist die Richtung unseres diesjährigen Trips: der Balkan mit Schwerpunkt Albanien. Obwohl ich schon heute aufgrund der Anstrengung Kopfschmerzen bekommen habe und die angespannte Atmosphäre zu Wutausbrüchen führt, verspüre ich eine Mischung aus Glück und Ungeduld aufgrund der bevorstehenden Reise ins Ungewisse.